Mein eigen Fleisch und Blut - Teil 1

„Ein Kind tut alles, um die Liebe der Eltern zu bekommen“

Andrea Bleikamps Stück „Mein eigen Fleisch und Blut“ Teil 1 behandelt das Vater-Sohn-Verhältnis – Premiere 10/15

Es sind die Spannungen zwischen den Generationen, die die Regisseurin Andrea Bleikamp immer wieder beschäftigen. Vor sechs Jahren hat sie sich mit dem Mythos Medea beschäftigt. Danach brachte sie ein Mehr-Generationen-Projekt auf die Bühnen und lotete Altersdifferenzen aus. In „Mein eigen Fleisch und Blut“ steht das Verhältnis von Vater und Sohn im Mittelpunkt. Zusammen mit den Darstellern Rick Kam und Heinrich Baumgartner nimmt sie sich das literarisch vielfach verarbeitete Thema am Beispiel Franz Kafkas vor.

choices:
Frau Bleikamp, in Ihrer neuen Inszenierung geht es um Vater und Sohn. Sie greifen ausgerechnet auf Kafkas Erzählung „Elf Söhne“ zurück, in der ein Vater an seinen Sprösslingen nur rumnörgelt. Soll man sich daran ein Beispiel nehmen?

Andrea Bleikamp:
Wir greifen nicht nur auf Kafkas „Elf Söhne“, sondern auch auf seinen „Brief an den Vater“ oder Passagen aus der Erzählung „Das Urteil“ zurück. Wir wechseln immer wieder die Perspektive. Mir ist wichtig, dass man nicht nur erkennt, wie der Vater auf den Sohn sieht, sondern auch wie der Sohn den Vater einschätzt. Mich hat besonders das Spannungsfeld zwischen Liebe und Hass, Abhängigkeit und freiheitlichem Gebundensein in der Beziehung zwischen Vater und Sohn interessiert. In „Elf Söhne“ findet der Vater an jedem seiner Söhne ein schlechtes Haar; keiner ist so, wie er ihn sich wünscht.

choices:
Kafka hatte zeitlebens Probleme mit seinem eigenen Vater. Inwieweit lassen sich seine Texte trotzdem als Fallstudien lesen?

Andrea Bleikamp:
So beschädigt das Verhältnis zwischen Kafka und seinem Vater war, es ist auch symptomatisch. Als Kind, besonders als Sohn möchte man vom Vater geliebt werden. Diese Abhängigkeit ist da und vereint uns, weil wir – so einfach das klingt – alle einen Vater haben. In Kafkas Verhältnis zu seinem Vater schwingt auch eine große Sehnsucht mit, was anders sein soll. Darin verbergen sich Wünsche, Vorstellungen oder Projektionen: Wie stelle ich mir meinen Vater vor? Was erwarte ich von ihm? Wie könnte ein idealer Sohn aussehen? Projektionen können allerdings auch eine Belastung sein, weil die damit verknüpfte Erwartung meist nur in der Vorstellung existiert. Bei Gesprächen mit ihren Vätern, haben die Darsteller Heinrich Baumgartner und Rick Kam festgestellt, dass viele vermeintliche Erwartungen, die sie lange lähmten, nur Einbildungen waren

choices:
Manchmal sind diese Erwartungen aber auch ganz konkret. Dem Vater in Kafkas „Elf Söhne“ fehlt an jedem irgendetwas.

Andrea Bleikamp:
Es ist der Wunsch, dass der Sohn etwas erreicht, was man selbst nicht geschafft hat. Bei uns versucht der Vater in einer Szene, den Sohn nach einer Traumvorstellung zu modellieren. Doch wie sieht der perfekte Sohn eigentlich aus? Bei Kafka betrifft das auch die Äußerlichkeiten. Bei der Besetzung habe ich mich für zwei sehr konträre Darsteller entschieden. Auf der einen Seite Rick Kam, der ätherisch, schön, grazil, sehr leicht und feminin daherkommt; auf der anderen Seite Heinrich Baumgartner, der kernig und kantig ist. Beide bilden starke Gegenpole, trotzdem tauschen sie immer wieder die Rollen oder treten als konkurrierende Brüder auf.

choices:
Der Vater bei Kafka liefert genaue Beschreibungen seiner Söhne. Wie realistisch sind diese Beschreibungen und was sagen sie über den Vater?

Andrea Bleikamp:
Ich glaube, dass der Vater damit nur Facetten seiner selbst beschreibt. Er hat keine elf Söhne, wahrscheinlich nicht einmal einen. Der Vater beschreibt letztlich nur die Facetten seiner eigenen Persönlichkeit. Und welche Facette er auch auswählt, sie genügt nicht.

choices:
Wie ist es umgekehrt im „Brief an den Vater“. Was erwartet der Sohn?

Andrea Bleikamp:
Kafka spricht darin über den körperlichen Umgang, den er sich mit seinem Vater gewünscht hätte. Er fordert eine Körperlichkeit ein, die man heute in jeder Zeitschrift wiederfindet, in der es um den sogenannten „neuen Mann“ und den Umgang mit seinen Kindern geht. Verblüffend ist, dass Kafka seinen Vater anklagt, dass er ihm das nicht geben konnte und dies Unvermögen dann auch noch als normal dargestellt hat. Ich halte das für ungeheuer modern in der damaligen Zeit, in der es sicherlich ungewöhnlich gewesen wäre, wenn der Vater sich mit dem Sohn abends auf Sofa gesetzt und gekuschelt hätte.

choices:
Hört der Schmerz, den Kafka beschreibt, eigentlich jemals auf?

Andrea Bleikamp:
Man kann sich dem sicherlich für ein paar Jahre entziehen. Spätestens wenn man dann ein eigenes Kind bekommt, kehrt der Schmerz wieder zurück. Wenn der Vater nicht vorhanden war oder es nicht gut lief, bleibt da eine Leerstelle. Auch bei Patchworkfamilien übrigens, in denen das Kind mehrere Bezugspersonen haben kann. Du hast keine Wahl. Wir haben uns dem Thema Vater und Sohn, bei dem man fast automatisch in einem christlichen Kontext landet, auch über das Ritual des Abendessens genähert. Das Abendbrot ist immer noch die Mahlzeit, bei der die Familie zusammenkommt. In den meisten Familien ist es immer noch so, dass der Vater erst abends nach Hause kommt. Die Figur des Vaters verbindet sich so mit dem Ritual des Abendbrotessens.

choices:
Wie verändert sich das Verhältnis zwischen Vater und Sohn mit fortschreitendem Alter?

Andrea Bleikamp:
Ich wage zu behaupten, dass es in den ersten zwanzig Jahren um Erwartungshaltungen und um Abgrenzung geht. Ab 40 beginnt man, sich selbst zu beobachten und Dinge zu entdecken, die einem vom eigenen Vater bekannt vorkommen, gerade auch in Äußerlichkeiten. Wenn man mit 20 in den Spiegel schaut, sieht man nicht unbedingt seinen Vater, mit 40 sucht man nach Ähnlichkeiten in der Körperhaltung, in Formulierungen. Teilweise ist das schön, teilweise möchte man das nicht. Man bekommt als Sohn allmählich auch einen anderen Blickwinkel auf den Vater, versteht ihn besser, behandelt ihn nachsichtiger. Und wenn man Glück hat, wird der Ältere auch toleranter, hat man Pech, wird er seniler.

choices:
In Kafkas Erzählung „Elf Söhne“ kann keiner der Söhne es dem Vater recht machen. Muss man seine Kinder lieben?

Andrea Bleikamp:
Nein, das glaube ich nicht. Als Kind würdest du zwar alles tun, um die Liebe der Eltern zu bekommen. Ich glaube allerdings leider nicht, dass Kinder ein Recht darauf haben, geliebt zu werden. Es gibt Eltern die keine emotionale Bindung zu ihren Kindern haben. Ich halte das für defizitär, auch wenn das wahrscheinlich häufiger vorkommt, als man denkt. Viele Menschen bekommen Kinder aus rein egoistischen Gründen und es gibt viele Väter, die nach einer Trennung mit der Regelung des Teilzeitvaters gar nicht so unglücklich sind. Das heißt aber nicht, dass sie ihre Kinder nicht lieben.

choices:
Liegt das Problem nicht auch im Elend des Vergleichens zwischen den Kindern?

Andrea Bleikamp:
Das ist sicher ein großes Problem. Auch wenn man sich das eingestehen kann, das Kind wird es spüren. Wir versuchen die Situation in einer Brüderkonstellation zu erfassen, worin um die Liebe des Vater konkurriert wird. Dabei spielen wir auch mit dem Klischee der Kontraste zwischen asiatischer und europäischer Kultur.
(Interview: Hans-Christoph Zimmermann)

 

Mein eigen Fleisch und Blut - Teil 2

Andrea Bleikamps Stück „Mein eigen Fleisch und Blut“ Teil 2 behandelt das Mutter-Tochter-Verhältnis – Premiere 02/17

Glück und Elend der Mutter-Tochter-Beziehung beginnen bereits im Mutterleib. Dieser Gedanke drängt sich geradezu auf, wenn man zwei Frauen in Embryohaltung und eng beieinander mittig auf der kargen Bühne des Orangerie-Theaters liegen sieht. Ein dumpf dröhnender Herzschlag ertönt dazu aus dem Off. Über den beiden ragt eine zum Hochsitz – oder ist es ein Podest? – umfunktionierte Leiter auf, von der vier Bänder in die Ecken des Raumes ausgehen. Stroboskop-Lichtblitze bereiten der friedlichen Szene ein jähes Ende: Die Frauen robben in ihren eng anliegenden, fleischfarbenen Kleidern auf dem nackten Boden in unterschiedliche Richtungen, nur um dann gleich wieder zueinander zu finden.

Zwei, die sich in den Haaren liegen

Ging es im ersten Teil der Produktion „Mein eigen Fleisch und Blut“ um Väter und Söhne, widmet sich Andrea Bleikamp in Teil 2 nun der Mutter-Tochter-Beziehung, oder besser: dem krampfhaftem Wunsch, den anderen nach den eigenen Vorstellungen zurechtzumodeln; dem Ringen nach Anerkennung. Das ist ganz wörtlich zu nehmen. Denn obwohl immer wieder erzählte Anekdoten und Erinnerungsfetzen eingeflochten werden, setzt man weniger auf das gesprochene Wort, als vielmehr auf Körperlichkeit, handfeste Liebesbezeugungen und Gewaltausbrüche. Und auf die Suggestivkraft von Details wie zerschnittenen Kleidern oder den Haaren der Tochter, mit denen sich Mutti schmückt wie mit fremden Federn.

„Meine Tochter liebt Glitzer“ oder „Meine Mutter hat die längsten Beine“ – die Phrasen vom Tonband wirken abgedroschen. Das gilt umso mehr angesichts der komplizierten Beziehungsdynamik, die der Zuschauer in Bleikamps atmosphärisch dichter Szenencollage gezeigt bekommt. Diese wirft nämlich Schlaglichter auf eine Beziehung, in der ein entspannter Umgang kaum möglich zu sein scheint. Das Bändergewirr auf der Bühne ist das Symbol schlechthin für die fragile, oft verworrene Mutter-Tochter-Beziehung.

Vielleicht ist an der ganzen Misere, die sich in schier unauflösbaren Gefühlsknäueln und Verbandelungen äußert, ganz einfach auch die fehlende Abgrenzung schuld. Schließlich werden Mutter und Tochter nicht nur von den beiden Darstellerinnen abwechselnd verkörpert; beide tragen auch stets das Gleiche. Indes könnten die zwei Akteurinnen optisch kaum unterschiedlicher sein. Die aus Litauen stammende Asta Nechajute und die Kolumbianerin Bibiana Jiménez sind altersmäßig allerdings nicht weit auseinander, was die Darstellung des Generationenkonflikts umso reizvoller macht.

Satirische Intermezzi und die Klaviatur der Gefühle

Ein Seitenhieb gegen die Wahrer von Geschlechterstereotypen darf in einem Stück mit feministischen Untertönen nicht fehlen. In werbespotartigen Einlagen werden die Klischees der glücklichen Hausfrau und Mutter vergnüglich demontiert. Fröhlich zu kitschigen Songs aus den 70ern und 90ern tanzend, verrichten die Frauen nebenher Akkordarbeit, panschen einen Linseneintopf zusammen, hängen Wäsche auf. Hier sind Mutter und Tochter künstlich grinsende, grotesk überzeichnete Figuren. Es überrascht kaum, dass diese satirischen Intermezzi jeweils in stutenbissigen Handgreiflichkeiten und in einer Kakophonie enden.

Die Musik, für die Julia Klomfass verantwortlich zeichnet, kommt aber auch in den ruhigen, nachdenklichen Momenten der Inszenierung als wichtiger Träger von Emotionen zum Einsatz. So singt Bibiana Jiménez in einer anrührenden Szene das Lied der Jungfrau von Candelaria über eine Frau, die in einem kolumbianischen Dorf ein vaterloses Kind zur Welt bringen muss. Jiménez, deren gesamte Choreographie so kraftvoll wie anmutig ist, wächst hier über sich hinaus: Selten werden Qual und Glückseligkeit der Schwangerschaft in den szenischen Künsten so nüchtern und zugleich so eindrucksvoll auf den Punkt gebracht.

Nicht minder bezwingend ist Asta Nechajutes Bühnenpräsenz. Spielend leicht gelingt ihr der Wechsel zwischen stoischer Beziehungsanalytikerin und manischem Gefühlsmensch. Genial ist sie in der Rolle einer Klavierschülerin, die von verinnerlichter Kritik förmlich in einen Rausch masochistischer Selbstzerfleischung getrieben wird. Wenn Nechajute wild auf die Tasten ihres Keyboard-Teppichs eindrischt und ruft „Ich sehe aus wie eine Missgeburt!“, erinnert das in seiner Vehemenz und Absurdität an das fulminante Ende von Ionescos „Die Unterrichtsstunde“.

Die Übermutter kippt vom Sockel

Gegen Ende der einstündigen Inszenierung werden leisere Töne angeschlagen. Die idealisierte und teilweise auch verhasste Übermutter macht einem realistischeren, aber auch gnädigeren Mutterbild Platz. Der Sockel muss zwangsläufig kippen. Ließ der fließende Stoff der Bänder zu Beginn noch an Nabelschnüre - aber auch an Strangulierinstrumente - denken, wird er in aufgespannter Form zum Leichentuch. Mit dem drohenden Verlust der Mutter hören auch die Kabbeleien auf. Einträchtig tragen die Figuren die eigenen hohen Erwartungen in Gestalt des „Podests“ zu Grabe, begleitet von de Beauvoirs eindringlichen Worten aus ihrem Buch „Ein sanfter Tod“, in dem die französische Philosophin und Schriftstellerin den Abschied von ihrer Mutter rekapituliert: „Einen natürlichen Tod gibt es nicht. Nichts, was einem Menschen je widerfahren kann, ist natürlich, weil seine Gegenwart die Welt in Frage stellt.“

Bleikamp und ihr Ensemble kreieren beklemmend lebensnahe, aber auch leicht surreale Szenen und erzählen mit unmissverständlicher, aber zugleich innovativer Körper- und Bildsprache von familiärem Krieg, Waffenstillstand und zaghaften Versöhnungsgesten. Humor und Ernst sind in der poetischen, hochkonzentrierten Performance fein austariert. Wie ließe sich auch anders von einer Beziehung erzählen, die konstruktives und zerstörerisches Potenzial hat wie kaum eine andere? Am Schluss gibt es verdienten, langen Applaus für eine Inszenierung, die unter die Haut geht.
(Von Jaleh Ojan)

Wenn die Mutter mit der Tochter …

Sie liegt etwas versteckt am Rande des Kölner Volksgartens, die ehemalige Orangerie, die seit vielen Jahren als „Theater am Volksgarten“ eine ideale Plattform für experimentelle Bühnenproduktionen bietet. Das Kölner Wehrtheater, geleitet von der Regisseurin Andrea Bleikamp, war jetzt zu Gast mit einer Aufführungs-serie des zweiten Teils ihres Tanz-Zyklus‘ Mein eigen Fleisch und Blut. Der einstündige „Abend über Mütter und Töchter“ ist als Fortsetzung des ersten Teils zu sehen, in dem das nicht minder diffizile Verhältnis zwischen Vätern und Söhnen thematisiert wurde. Gesamtaufführungen beider Teile sind für den Herbst geplant. Und die positiven, teilweise begeisterten Reaktionen bei der Kritik und beim Publikum sollten Andrea Bleikamp ermutigen, den zeitlos aktuellen und uns alle betreffenden Stoff noch um zwei Teile zu erweitern. Denn auch die Beziehungen zwischen Vater und Tochter sowie Mutter und Sohn enthalten genügend Brisanz für mindestens zwei weitere anregende Theaterabende.

Es fasziniert immer wieder, wie effektiv freie Theater ihre begrenzten Möglichkeiten mit einem Maximum an Effektivität ausschöpfen, wovon sich subventionierte Bühnen oft mehr als nur eine Scheibe abschneiden können. Das trifft auch auf das Generationen-Projekt von Andrea Bleikamp zu. Zwei Tänzerinnen in schlichter Kulisse reichen aus, um das komplexe Thema fantasievoll und auf hohem künstlerischem Niveau abwechslungsreich, ebenso humorvoll wie hintergründig zu beleuchten. Bibiana Jimenez und Asta Nachajute verstehen es, das Problem mit virtuoser Flexibilität und sinnlicher Kraft erfahrbar zu machen, wobei die gebürtige Kolumbianerin die Choreografie gleich in die eigenen Hände genommen hat. Angesichts ihrer reichen Erfahrung mit experimentellen Tanzformen, unter anderem im letzten Jahr mit Fortuna im Römisch Germanischen Museum in Köln, kommt das der Intensität der Produktion nur zugute.

Die Rolle der Mutter ist vielfältig: Sie kann Freundin sein, Beschützerin, Weg-begleiterin, aber auch Rivalin und Bremsklotz auf dem Weg in ein selbst-bestimmtes Leben. Zu Beginn schälen sich die beiden Tänzerinnen aus einer embryonalen Verschalung, und es bedarf einiger Zeit, bis sie sich ihrer untrennbaren Verbundenheit bewusst werden. Die Verbundenheit deutet Ausstatter Claus Stump mit einem Geflecht aus textilen Nabelschnüren an, die den Raum überziehen und erst nach mühsamen Prozessen von den Damen durchschnitten werden können. Beeindruckend, wie die beiden am Ende eine umgestürzte Leiter mit den Nabelschnüren umwickeln, die die Form eines Sargs annimmt.

Zuvor erleben wir in einer Art Revue viele Fassetten des teils angenehmen, teils komischen, teils spannungsgeladenen Zusammenlebens von Mutter und Tochter, wobei die Tänzerinnen immer wieder die Rollen tauschen. Das Ideal der Hausfrau wird in comichafter Slapstick- Manier geradezu artistisch virtuos ironisiert, an anderer Stelle droht man, sich mit den Nabelschnüren zu erdrosseln. Ein aufregendes Experiment ohne Leerlauf, angereichert mit einer geschickten Klangcollage von Julia Klomfass, die von Prince‘ The Most Beautiful Girl in the World bis zu geheimnisvoll-bedrohlichen, elektronischen Klängen reicht.
Der Beifall des Publikums ist den Darstellern und ihren Mitarbeitern sicher. Man darf gespannt auf eine Fortsetzung des interessanten Projekts sein.
(Von Pedro Obiera)

Domradio Kulturtipp