kleist_20.11

eine Koproduktion mit der studiobühneköln
mit: Fabian Ringel
Regie + Konzept: Andrea Bleikamp
Ausstattung: Claus Stump
Assistenz: Isabel Eichner
Grafik: Martin Forsbach
P+Ö: Mechtild Tellmann Kulturmanagement

Zum Stück:
Der 21. November 1811 ist ein kalter Herbsttag. Die Wirtsleute des Gasthofs Stimmings Krug am kleinen Wannsee bei Berlin sind daher verwundert, als ein Paar, Anfang 30, Kaffee und Rum ans Ufer bestellt. Die beiden sind euphorischer Stimmung. Ein Tagelöhner der kleinen Gaststätte wird später zu Protokoll geben, er habe sie schäkernd am Ufer entlanglaufen sehen, sich jagend wie kleine Kinder.

Beginnend mit der Inszenierung ihres Selbstmordes werden die Parallelen zu seinen Stücken (z.B. letzte Einkehr im “Neuen Krug” am Wannsee, Kleist`s letztes Stück war “Der zerbrochene Krug”) miteinander verwoben, einzelne Sequenzen nachgespielt und so Leben und Werk vom Ende zum Anfang erzählt. Die Konzentration liegt auf den beiden Schauspielern, denen wenige Requisiten zur Verfügung stehen und die sich quasi von rechts nach links durch den Bühnenraum spielen, an einer Zeittafel auf der Rückwand entlang um am Ende den gemeinsamen Selbstmord zu begehen.

Heinrich von Kleists Todestag wird sich am 21. November 2011 zum 200.Mal jähren. Dies nimmt das wehrtheater zum Anlass, sich in einem zeitgenössischen theatralen Projekt mit Kleist zu beschäftigen.

Kleist`s Sprache kommt bildgewaltig und wenig psychologisierend daher.
Man erfährt wenig über das Innenleben seiner Figuren und die Bilder enstehen im Kopf, Sprache als Instrument erzwingt eine Auseinandersetzung mit dem Gehörten.

Schauspielertheater auf höchstem Niveau ist gefragt und trotzdem möchte sich die Inszenierung Kleist spielerisch nähern, ironisch kommentieren, über Leben und Werk Kleist`s informieren und immer wieder die Aktualität seiner Stücke und die Virtuosität seiner Sprache in den Vordergrund stellen.